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Urbane Dörfer Bern

Effingerstrasse 10

3011 Bern

Schweiz

  • Fabian

Hintergründe zur Umfrage im Effinger

Überlegungen im Vorfeld:


Zu Beginn überlegte und recherchierte ich, was es alles für Möglichkeiten gibt, partizipativ Gestaltung zu betreiben. Das heisst, dass es einer möglichst breiten Öffentlichkeit ermöglicht werden soll, Wünsche und Ideen auszudrücken, um so Prozesse mitzugestalten. Besonders inspirierend waren für mich Projekte der Künstlerin Candy Chang


Den Dorfpionieren habe ich danach einige Projektvorschläge gemacht.

Da wir noch vor der Sommerpause ein erstes Projekt realisieren wollten, entschieden wir uns etwas zu machen, das schnell und einfach umgesetzt werden kann.


Wir entschieden uns, Kaffeuntersätze mit Fragen rund ums Wohnen und Leben zu beschriften. Die Zettel sollten bezeichnet oder beschriftet, anschliessend von Kaffetrinkern an einer Baustellenwand Effingers hingeklebt werden. Wir entschieden uns zwei Fragen zu stellen:


  • Bern braucht mehr Raum für…. ?

  • Nachbarschaft ist für mich… ?


Zudem war auf der Wand eine Spidermap sichtbar, an der mann mit roten Punkt-Klebern signalisieren konnte, wie man am wohnen/leben möchte. Die Spidermap fügten wir vor allem hinzu, weil wir befürchteten, dass nur wenig Menschen wegen des sommerlichen Wetters Kaffe trinken würden. Mit der Spidermap haben wir eine schnelle Möglichkeit geschaffen, an der Umfrage teilzunehmen.


Die Aktion selbst, Resultate:

Die Wand stand vom 3.Juli - 10. Juli im Effinger. Insgesamt wurden 20 Zettel ausgefüllt.

Gedruckt und im Umlauf waren 360 Zettel. Das heisst, dass nur jede 18. Person einen Zettel ausgefüllt hat. 32 Punkte wurden auf die Spidermap geklebt. Die Umfrage haben vor allem Co-Worker aus dem Effinger ausgefüllt, die wir direkt dazu aufgefordert haben.


Das Projekt erzeugte auch nicht einen rasant höheren Anstieg an Webseitenbesucher*innen. Während der Woche der Aktion lag die tägliche Zahl der Aufrufe nur rund 10% über der Woche zuvor.



Feedback von Domenica, Co-Leiterin der Kaffebar:

Es ist Sommer und somit nicht Kaffezeit, ich könnte mir vorstellen, dass die Aktion im November anders verlaufen würde. Am Morgen wollten auch viele Menschen schlicht und einfach nur einen Kaffe und nicht noch Teil einer Umfrage sein. Trotzdem sind einige Leute vor der Wand stehen geblieben. Sie hat also Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Es ist allgemein schwierig Leute zu solchen Aktionen zu mobilisieren. Es war nicht so, dass es Rückfragen an der Kaffebar gegeben hätte, was das genau für ein Projekt sei.
Das nächste mal sollten wir dünneres Papier wählen, da sonst die Kaffetassen, leichter kippen. Die Überschrift fand ich sehr cool und gelungen.

Eigene Reflexion und Ausblick


Wir werden die Aktion im Oktober oder November nochmals durchführen.

Ich habe die gelungen Aktionen von Candy-Chang nochmals betrachtet und mit unserer Baustellenwand verglichen.

Sie arbeitet mit viel einfacheren und reduzierteren Fragen. Für das nächste mal möchte ich nur eine Frage stellen. Es muss für Menschen, die an der Umfrage teilnehmen sofort ersichtlich sein, was sie machen müssen. Unsere Aktion war meiner Meinung nach zu kompliziert. Die Überschrift, muss wohl direkt dazu auffordern, den Kaffeuntersetzer hinzukleben. Auch weiss ich nicht, ob alle Zugriff zu Stiften hatten. Das nächste mal müssen sicher welche direkt bei der Kaffebar sein und bessere Stifte direkt bei der Wand.


Für die nächste Umfrage müsste auch auf der Webseite und auf Instagram mehr Lärm stattfinden, was hier für eine Aktion stattfindet.


Ich Träume davon, dass sich Menschen vermehrt bewusst werden, dass sie Einfluss nehmen können und dass sie den Mut haben, Ideen auszusprechen und auszudrücken. Nur so wird die Demokratie und auch die partizipative Gestaltung spannend und fruchtbar. Wir von urbanedoerfer müssen es schaffen, die Menschen zur Mitgestaltung zu bringen. Nur so funktioniert auch unsere Initiative: wenn sie von Ideen und Wünschen der Bevölkerung gestützt und geformt wird.

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