
Text: Barbara
Urbane Dörfer entwickeln Wohnraum nicht vom Reissbrett her, sondern vom Ort. Ein Ort braucht Zeit, um sich in eine gewünschte Richtung zu bewegen – und Fachleute, die früh genug hinschauen: Was trägt dieser Ort? Was braucht er? Welche gewerblichen Nutzungen passen dazu? Diese Fragen stellt der Kreis Projektentwicklung, bevor Zahlen und Pläne das Gespräch übernehmen.
Die Mitglieder des Kreises Projektentwicklung engagieren sich alle ehrenamtlich für Urbane Dörfer. Juliane Fink beurteilt Orte aus städtebaulicher und architektonischer Sicht. Yvan Schneuwly und Renato Bomio prüfen, ob die Finanzierung trägt – auf Basis von Kostenmiete, nicht Rendite. Das ist der entscheidende Unterschied zu privaten Bauträgern: Weil die Genossenschaft Urbane Dörfer auf Gewinn verzichtet, bleibt der Blick auf den Ort frei. Yvan koordiniert den Kreis und vertritt ihn als Guide im Vorstand; Renato ist dort Delegierter. Wie die Genossenschaft als Ganzes, ist auch der Kreis Projektentwicklung soziokratisch organisiert.

«Meine Erfahrungen aus bereits realisierten Wohnbaugenossenschaftsprojekten und mein Beziehungsnetz teile ich gerne mit Urbane Dörfer.»
Renato Bomio, Architekt und Projektmanager
«Ich möchte selbst nachhaltig und suffizient leben und engagiere mich gerne, um mehr Urbane Dörfer zu realisieren.
Juliane Fink, Architektin und Bauherrenberaterin
«Mit meinem Engagement bei den Urbanen Dörfern will ich für künftige Bewohner:innen einen sozialverträglichen Wohnraum sicherstellen.»
Yvan Schneuwly, Architekt und Immobilienwirtschafter
Der Kreis Projektentwicklung bewertet Orte und ihre Potenziale – nüchtern, unabhängig, frühzeitig. Beim Urbanen Dorf Melchenbühl in Gümligen hat er letztes Jahr mit einer Fachperson die genossenschaftliche Finanzierung geprüft. Das Ergebnis ist klar: Die Baukosten müssen weiter sinken, damit sozialverträgliche Mietwohnungen in Kostenmiete möglich bleiben (mehr zum Projektstand in Gümligen).
Aktuell stehen das Gaswerkareal und das Mittelfeld auf dem Berner Viererfeld auf dem Prüfstand. Die Stadt Bern schreibt beide Areale für gemeinnützige Wohnbauträgerschaften aus. An der Genossenschaftsversammlung vom 21. März 2026 wollen Vorstand und Projektentwicklung den Puls der Genossenschafter:innen messen: Welche Orte bevorzugen sie? Wie viele Bewerbungen halten sie für sinnvoll? Wer hätte Lust mitzumachen? Ob und wie sich Urbane Dörfer bewirbt, entscheidet sich danach.
3D-Visualisierungen der Arealentwicklungen, welche der Kreis Projektentwicklung aktuell prüft: