
Text: Matthias Tobler
Bereits im vergangenen Jahr hat der Kreis Projektentwicklung von «Urbane Dörfer» gemeinsam mit einem Fachmann eingehend die genossenschaftliche Finanzierung des Urbanen Dorfs Melchenbühl (Gümligen) geprüft. Das Ziel bleibt unverändert: sozial verträgliche Mietwohnungen im genossenschaftlichen Sinn. Damit das möglich wird, müssten die Baukosten jedoch weiter gesenkt werden.
Die Frage nach den Baukosten hat für unsere Planungspartner aktuell jedoch nicht Priorität. Ihr Fokus liegt auf der Anpassung der Überbauungsordnung. Ein unumgänglicher Landabtausch und die Klärung einer älteren Dienstbarkeit auf dem Areal verzögern den Prozess. Realistischerweise können wir kaum vor Ende 2026 mit einer Weiterführung der Planung rechnen.
Diese Verzögerung ist nicht das, was wir uns erhofft hatten – sie hat aber auch eine positive Seite: Die Zwischennutzung darf weitergehen. Die Betriebsbewilligung von «Benela’s» wurde erneuert. Die Kaffe-Bar im Erdgeschoss freut sich nach wie vor über zahlreiche Gäste.
Für den ersten Stock der ehemaligen Lampenmanufaktur suchen wir aktuell eine neue Nutzung. Der Testbetrieb eines Coworking Spaces hat sich nicht bewährt. Auch wenn der Raum viel Charme hatte und seine Atmosphäre durchaus zu überzeugen wusste – er führt leider eine enge Beziehung mit dem Aussenklima. Im Sommer war er zu heiss, im Winter zu kalt fürs Arbeiten. Nur in der Zwischensaison war die Temperatur angenehm. Wir prüfen Ideen, die besser zu diesen klimatischen Eigenheiten passen.
Für unsere Genossenschaft bedeutet das im Moment: geduldig bleiben, Tee trinken* und gegen Ende des Jahres die Situation in Gümligen neu beurteilen. Das Urbane Dorf Melchenbühl befindet sich noch einige Zeit im Winterschlaf.
*Fürs Teetrinken – oder bei Bedarf auch für etwas Stärkeres – empfehlen wir von Herzen ein Besuch in «Benela’s Kaffee und Bar». Aber auch dies erst wieder nach ihren Betriebsferien ab dem 23. März 2026. Geduld...